Klassik + Indie: Lisa Morgenstern

Lisa ist mit bulgarischer Chormusik aufgewachsen und hat bereits als Kind viel gesungen. Kein Wunder, denn ihre Eltern sind beide Orchestermusiker. Dieses Jahr im Frühling veröffentlichte sie ihr Debütalbum “Chameleon”, mit welchem sie, vor allem für sich persönlich, eine neue musikalische Richtung einschlug.

Heutiger Indie ist vielseitig – womöglich vielseitiger denn je. Denn egal ob sich Künstler*innen auf der klassischen Britpop- oder Wave-Schiene bewegen, Indie ist heutzutage so viel mehr und kann eben auch von starken klassischen Elementen beeinflusst sein. “Ich würde mich durchaus als Indie-Künstlerin bezeichnen. Ich mag halt, dass ich mit dem was ich mache, ganz unterschiedliche Ebene erreiche. Dass ich sowohl einen Konzertsaal in einer Philharmonie bespiele, als auch Vorband einer Stoner-Rockband sein kann, da in meiner Musik auch viele psychedelische Elemente vorhanden sind.”

Auch weisen ihre Songs nun auch vermehrt atmosphärische Klänge und Chorelemente auf. Vor allem am Klavier fühlt sich Lisa wohl: “Klavier war immer mein Hauptinstrument. Das habe ich dann durchgefiltert durch alle möglichen Genres, die ich in meiner Jugend gehört habe.”

Lisas Musik ist geprägt von einer kühlen Eleganz, was mit ihrer Begeisterung zum Ballett zu tun haben könnte. “In nostalgischen Momenten höre ich total gerne Ballettmusik. Ich bin in Dresden auf eine Ballettschule gegangen und das war so mein erster Traum. Bis es irgendwann aus körperlichen Gründen nicht mehr ging.”

Die kühle Eleganz des Ballett kompensiert sie in ihrer Musik ein wenig: “Ballett ist auch immer ein wenig melancholisch und dramatisch..”

Stöbert man ein wenig im Internet, findet man einen Begriff, mit dem Lisas Musik oft gleichgesetzt wird: Indie-Barock-Pop. Dieses Label hat Lisa schon von einigen Ecken auferlegt bekommen. “Ich glaube es geht da einfach um harmonische Musikgesetzte.. Ich weiss nicht genau, wie man es erklären kann, aber Barock bringt halt irgendwas klassisch-verkopftes mit sich, daher passt es schon irgendwie.”

Ihr aktuelles Album ist so etwas wie ein Neustart. Und auch nicht mehr ganz so düster, wie ihre früheren Veröffentlichungen. “Ich wollte für dieses Album eine blanke Ebene haben. Weil es so anders ist, dass es doch irgendwie ein neues Debüt-Album ist. Vorher war ich noch beeinflusst von verschiedenen Szenen und habe sehr in Nischen gedacht. Und jetzt habe ich eher was ganz eigenes gefunden. Relativ Losgelöst von allen Einflüssen. Ich denke ich hab meinen Stil nun allmählig vollständig gefunden. Ich glaube einen krassen Stilwandel werde ich so nicht mehr durchmachen.”

Auf dem diesjährigen Pop-Kultur Festival, welches vom 21-23. August in der Berliner Kulturbrauerei stattfinden wird, tritt Lisa am 21.08.2019 um 22.00 – 23.00 zusammen mit “Bulgarian Voices Berlin” auf.

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