Unsere Songs vom März und für die nächsten Wochen

Wir haben uns dazu entschlossen die monatliche Muza Playlist diesmal kommentiert zu veröffentlichen und Euch etwas zu den von uns ausgewählten Songs zu erzählen.

Roman Stolzenberger, Auswahl mit Kommentar:

Altin Gün – Tatli Diller Güler Yüze: Das Turkish-70s-Psychedelic-Disco Projekt des niederländischen Indie-Bassisten Jasper Verhulst lässt die kultige Istanbuler Clubszene der 60er und 70er Jahre wieder aufleben. Seit Jahren schon sind originale türkische Disco Singles aus dieser Zeit beliebte Sammlerstücke unter Musikkennern und immer öfter hört man in den In-Clubs Berlins diesen Retro-Sound. Macht euch also darauf gefasst in Zukunft öfter das Tanzbein zu „Altin Gün“ zu schwingen!

A Tale Of Golden Keys – Punk Rock Hit: Die Nürnberger Jungs von „A Tale Of Golden Keys“ waren spätestens nach ihrem 2015 erschienenen Debut-Album „Everything Went Down as Planned“ dem Kenner der lokalen Szene ein Begriff. Mit ihrem von 90s Post-Rock inspirierten klavierlastigen Indie-Sound und ihrer irgendwie beruhigenden Aura, sorgen sie bei jedem ihrer Live-Gigs für Wohnzimmeratmosphäre.  Nun sind sie mit ihrem zweiten Album „Shrimp“ zurück, welches ihre Musik noch mehr in Richtung Post-Rock verlagert und dabei trotzdem nicht zu experimentell wird. Ungewöhnliche Songstrukturen, unerwartete Rythmuswechsel und herzerwärmende Vocal-Harmonien machen ihren aktuellen Sound aus, der wie immer für Instant-Wohlgefühl sorgt.

Der Herr Polaris – Bier meiner Jugend: Der Augsburger Singer-Songwriter Bruno Tenschert, der sich auf der Bühne „Der Herr Polaris“ nennt, hat nach eigenen Angaben lange mit sozialer Arbeit sein Geld verdient. Und das hört man in jedem seiner Songs. Menschliche Gefühlsabgründe beschreibt er mit einer nahezu poetischen Leichtigkeit und einer ausgeklügelten Metaphorik, bei der es sich lohnt zwei- oder auch dreimal hinzuhören. Immer wieder findet man sich in den teils philosophisch anmutenden Texten wieder und wird von einer wohligen Melancholie eingeholt, die einen auch Tage nach dem Hören immer wieder einholt. Sein aktuelles Album „Mehr Innen als Außen“ erschien 2016 auf dem Hamburger Indie-Label „Grandhotel van Cleef“ und entstand in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern aus verschiedensten Bands der Augsburger Underground-Szene. Der perfekte Soundtrack für wechselhafte Frühlingstage!

Jack White – Over and Over and Over: Der Willy Wonka des Alternative-Rocks, Jack White, ist zurück mit seinem bisher künstlerisch anspruchsvollsten Projekt: „Boarding House Reach“. Ein Album wie ein Schlag in das Gesicht des Rock-Mainstreams, das sich hört wie ein Puzzle, das es zu lösen gibt. Irgendwie ein Sgt. Peppers von heute. Und irgendwie das, was die Alternative-Rock Szene im Moment dringend braucht: Einen Verrückten der alle Konventionen über Bord wirft und komplett von vorne anfängt. Mit der Single „Over and Over and Over“, komplett mit verstörendem Kunstfilm-Video, zeigt White, dass er neben seinen aktuellen Experimenten seine Bluesrock Wurzeln noch nicht vergessen hat. Meiner Meinung nach ein Riff für die Ewigkeit, der auf kommenden Festivals für ordentlich Stimmung sorgen wird.

Current Joys – Fear: Der Mann hinter Current Joys, Nick Rattigan aus Nevada, schlägt mit seinem neuen Album ruhigere Töne an, ohne sich jedoch von seinem Lo-Fi-Indie Synth-Sound zu verabschieden. Und damit trifft er absolut meinen Geschmack! Ein bisschen 80s-Revival, eine ordentliche Portion DIY ala Mac Demarco. So klingt guter Indie 2018.

 

The Psychedelic Furs – Love My Way: Da lohnt es sich mal wieder in die verstaubten, selbstbeschrifteten Kassetten seiner Eltern reinzuhören: „Love My Way“ war die Hymne der frühen Post-Punk/ New-Wave Bewegung aus dem Jahre 1980 und ist 2018 aktueller denn je. Nach wie vor ist das 80s Synth-Pop Revival im vollen Gange und fast schon zum Lebensgefühl von uns Millenials geworden. Das Filmmeisterwerk „Call Me By Your Name“, das momentan bei uns in den Kinos läuft greift dieses Lebensgefühl auf und kommt natürlich mit einem tollen 80s Soundtrack daher, der unser Herz höher schlagen lässt! „Love my Way“ ist ein Song daraus und fasst das Feeling des gesamten Films zusammen wie kein zweiter. Ein absolutes Must-Listen, auch weil die „Psychedelic Furs“ zu den weniger bekannten, jedoch extrem einflussreichen Bands des Post-Punks gehören. Joy Division kennt jeder. Jetzt werden „The Psychedelic Furs“ gehört!

Nicole Stieben, Auswahl mit Kommentar:

The Big Moon – Cupid: Auf “The Big Moon” bin ich neulich erst zufällig gestoßen. Eine Band, die bei “Fiction” unter Vertrag ist, eins meiner liebsten Labels. Schöner Pop-Punk, gemacht von vier Londoner Girls. “Cupid” ist ein Song ihres aktuellen Albumsm welches Ende letzten Jahres erschienen ist und die Stimme einer ehemaligen Kellnerin, die ihren unerfüllten Job geschmissen hat, um sich der Musik zuzuwenden.

 

Kraków Loves Adana – Hamburg: Eine Hommage an eine der schönsten Städte, könnte man denken. Aber in dem Song geht es vielmehr darum, sich in einer Stadt, für die man anfangs noch Begeisterung empfand, plötzlich alleine und orientierungslos zu fühlen. “And at night I lie awake, Planning my next risk to take […] Living in the pale moonlight”. Dieser Text kann einem unfassbar nah gehen und dafür sorgen, dass man sich in solch schwierigen Zeiten nicht ganz alleine fühlt.

 

Gengahr – Dark Star: Nicht von der aktuell erschienenen Platte, aber mein absoluter Lieblingstrack. Gengahrs Musik ist generell eine Mischung aus verträumten Indie-Pop und Psychedelic-Rock. Bei “Dark Star” kommt diese Mischung sehr schön zur Geltung und lädt bei langen Autofahrten dazu ein, aus dem Fenster zu blicken und die Gedanken entgegen der Sonne schweifen zu lassen.

 

Sunflower Bean – Twentytwo: Sunflower Bean sind für mich irgendwie eine sanftere Version von Hole. Der Song “Twentytwo” ist aus dem aktuellen Album “Twentytwo in Blue”. Ein Song, der die Sehnsucht nach Sommertagen ein wenig angenehmer macht. Das Video ist umso schöner und zeigt die drei Bandmitglieder wie aus einem Hollywood Film, in Abschlussball Kluft in einem Cabrio den Highway entlang fahren.

 

Alex The Astronaut – Already Home: Diese Sängerin singt ihre Songs am liebsten auf dem Mond, das find ich klasse und damit kann ich mich zu 100% identifizieren. Alex The Astronaut habe ich zufällig über ein paar Ecken entdeckt: Declan McKenna machte nämlich neulich auf Instagram auf die Sängerin Stella Donelly aufmerksam und diese geht wiederum demnächst mit Alex The Astronaut auf Tour. Der Song ist bisher mein liebster und ich denke ihre Musik wird mich demnächst noch ein wenig mehr begleiten. Für alle, die auf jung klingenden Indie-Sound auf der Picknickwiese stehen.

 

Agar Agar – Fangs Out: Schonmal was von Agar Agar gehört? Das ist feiner, futuristischer Elektropop, der an manchen Stellen irgendwie an die Atmosphäre aus Stanley Kubrick Filmen erinnert, mit spacigen 80’s-Wave Elementen aus Paris! “Fangs Out” ist der aktuellste Track. Sehr mystisch, mit einem gewissen Groove und nicht von dieser Welt.

 

Share:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.