Ein Sommernachtstraum wird wahr: Sunflower Bean im Blue Shell

Was hätte einen für die Jahreszeit so ungewöhnlich warmen Tag besser abschließen können als eine musikalische Darbietung direkt aus New York in einer der coolsten Venues in Köln? Die Antwort lautet: Sunflower Bean. Nach dem Auftritt von The Great Faults aus Mühlheim, die für den Abend als “Special Guests” angekündigt waren, dauerte es nicht lange, bis die Bühnenlichter in blau und violett erleuchteten und die dreiköpfige Band bestehend aus Julia, Jackob und Nick sich durch das Publikum auf die Bühne begaben.

“We’re Sunflower Bean from New York and we’re here to play some Rock’n’Roll”. Sängerin Julia sammelt durch ihr bescheidenes und doch sehr stylisches Auftreten bei mir direkt Sympathiepunkte. Ohne großes Drumherum ging es auch schon direkt los mit dem ersten Song. Das gemischte Publikum, überwiegend bestehend aus jungen Leuten, die genauso hip wie die Band selbst wirkten, schien in guter Stimmung zu sein und bereit sich von Sunflower Bean verzaubern zu lassen.

Eine kleine Bühne für eine kleine Band. Sunflower Bean treten live auch wirklich nur zu dritt auf und brauchen um ihren authentisch klingenden Sound herum auch keine Synthesizer oder andere Ausschmückungen. Sie beherrschen ihre Instrumente und das merkte man vor allem auch an den Solo Parts von Gitarrist Nick.   Bass, Schlagzeug, Gitarre und die Stimme von Julia harmonieren sehr schön miteinander und mehr braucht man da eben nicht. Klassischer Rock’n’Roll gemischt mit sehr viel Indie und einem rauen, glamourösen Image. Outfit-technisch konnte die Band ebenfalls überzeugen: Julia trug ein langes Rüschenkleid mit rosaroten Herzchen über einem schwarzen Basicshirt. Das Highlight waren aber ihre Vintageboots in Silber mit roten Sternen. Auch Gitarrist Nick konnte mit seinem Satin Pyjama und Gitarrengurt in Mondrian-Optik beeindrucken. Drummer Jacob kleidet sich generell ein wenig schlichter, dafür aber mit dezenten Goldkettchen und cooler Retrofriese, was ihm einen eindeutigen Signature Look verleiht. Die drei könnten locker genauso gut ihre eigene Fashionshow aufziehen. Aber dafür läuft es mit der Musik zum Glück viel zu gut.

Viele Songs vom kürzlich erschienenen Album “Twentytwo In Blue” wurden an diesem Abend gespielt, sowie Tracks des Debutalbums. Auch das überaus schöne Cover zu “Harvest Moon” von Neil Young ist nicht außen vor geblieben. Wer nochmal genauer nachhören will: Diese Version befindet sich auf der EP “From The Basement”. Aufgrund der Temperaturen war es im Club leider sehr warm, wodurch Musiker manchmal sehr ins Schwitzen geraten. Das zuvorkommende Publikum war jedoch bestens vorbereitet und ein netter Fan bot Julia ein Taschentuch an.

Schön ist auch, dass Sunflower Bean weder eine dieser Bands sind, die so gut wie überhaupt nicht mit dem Publikum interagieren, noch in übertriebener Weise versuchen die Leute zu motivieren. Denn das war auch überhaupt nicht nötig, da sich die Gäste sowieso in guter Stimmung befanden und deshalb Julia auch gerne bei “Crisis Feet” mit erhobenen Händen beim Part “No! No! No!” unterstützten.

Sunflowerbean at Blue Shell Cologne

Das Konzert in Köln war das Abschlusskonzert der diesjährigen Europatour. Man merkt, dass Sunflower Bean Spaß an dem haben, was sie machen und es genießen auf der Bühne zu stehen. Mehrfach wurden Danksagung gegenüber dem Tourmanager und FKP Scorpio ausgeprochen. Auch das Publikum wurde gelobt und Julia rief diesem zu: “you just have to clap so long till we play another song and another one and another one and so on..”. Tatsächlich wurden noch ein paar Zugaben nach dem letzten Song gespielt.

Und noch ein Pluspunkt geht an das Merch raus: Shirts im Vintagelook, Vinyl, CDs und das absolute Highlight ist eine mit dem Bandnamen liebevoll bestickte Barrett Mütze!

Sunflowerbean at Blue Shell Cologne

Wir hoffen darauf, Sunflower Bean recht bald wieder in einer perfekt ausgewählten Location live erleben zu dürfen, denn das, was da gestern Abend auf der Bühne des Blue Shell passiert ist, hat wirklich überzeugt.

Fotocredit: Katharina Mentink (Instagram: @vollformat)

Share:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.