Nach fünf Jahren endlich live – Arctic Monkeys in Düsseldorf: Ein persönlicher Konzertbericht

Die letzte Juni Woche ist um und somit auch die Deutschlandtour der Arctic Monkeys. Zwei Konzerte in Berlin, Hurricane und Southside Festival, so wie ein Konzert in Düsseldorf standen auf dem Plan. Bei letzterem war ich mit dabei.

Endlich – nach fünf Jahren Wartezeit habe ich sie nun das erste Mal live erlebt. Zugegebenermaßen wäre ich vor fünf Jahren wahrscheinlich euphorischer gewesen, damals hatte ich jedoch noch nicht die Möglichkeit aus dem Kleinstadt “Kaff” so einfach Abends nach Düsseldorf zu kommen. Jetzt gestaltet sich so ein Ausflug für mich deutlich einfacher. Das neue Album war da und ja, ich war mehr als gespannt, was man nach “AM” und der zweiten TLSP Platte erwarten könnte.

Nicht wirklich begeistert, aber auch nicht wirklich enttäuscht war ich letztendlich. Ich hatte schon damit gerechnet, dass sich Einflüsse der zweiten TLSP Platte bemerkbar machen werden und stehe der “Tranquility Base Hotel & Casino” zwar nicht sehr angetan gegenüber, aber dennoch mit großem Respekt angesichts der reifen Weiterentwicklung der Band. An meine Lieblingsplatte “Humbug” kommt die Platte bei weitem nicht ran, aber ich denke es handelt sich hierbei um die perfekte musikalische Untermalung für einen ausgelassenen Abend mit Wein oder Whisky und philosophischen Gespräche in einem grünen Samtsofa.

Cameran Avery als guten Support 

Ein wenig erschöpft nach Feierabend fuhr ich Dienstag Abend also nach Düsseldorf und nahm zunächst einen frontalen Sitzplatz ein, von woher ich zunächst nicht identifizieren konnte, ob es sich bei “Cameron Avery” schon um die Monkeys handelt oder nicht. Denn ich hatte das irgendwie überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, dass es einen Support Act geben wird. Cameron Avery ist Mitglied von Tame Impala. Der Sound der Band fügte sich hervorragend in den Abend ein. Das war eine gute Wahl um sich auf den neuen loungemäßigen Sound der Arctic Monkeys einzustimmen.

Nach langem Warten kamen sie dann endlich auf die Bühne. Einer der besten Songs der Platte direkt vorweg: Das erste Stück in der Setlist war “Five Out Of Four”. Angesichts dessen, dass es auch einer der “groovigsten” Tracks des Albums ist, ein guter Eröffnungssong. Mir würde jetzt kein anderes Lied einfallen womit man das Konzert, passend zum neuen Image, stimmungsvoller hätte starten können.

Von Banger über Klassiker 

Weiter ging es dann mit dem Banger “Do I Wanna Know?”. Ab da gab es keinen Halt mehr und ich sprang auf und begab mich in die Menge. Es folgte eine Aneinanderreihung von Klassikern wie “Brianstorm”,”505″ und “I bet You look good on the dancefloor”. Die Menge tobte größtenteils und war wild aufgelegt. Moshpits inklusive, auch wenn so etwas vielleicht bei einer Band wie den Arctic Monkeys mittlerweile ein wenig Fehl am Platz ist. Um die guten alten Zeiten zu wahren jedoch durchaus gerechtfertigt – manche Songs vom Debütalbum “Whatever People Say I am ..” und von “Favourite Worst Nightmare” laden eben zum euphorischen Herumspringen ein ..und ganz ehrlich: da verstehe ich die Leute nicht, die dann immer noch auf ihren Sitzplätzen in den obersten Reihen verweilen.

Zwischendurch, fast schon pflichtgemäß, gab es ein paar neue Tracks, klar. “She Looks Like Fun”, “Star Threatment” und der gleichnamige Song “Tranquility Base Hotel + Casino” wurden gespielt. Für jeden war etwas dabei, sogar ein Song von “Suck It And See” kam nicht zuletzt.

Alex Turner begann erst circa nach der Hälfte des Konzerts mit dem Publikum zu sprechen, beziehungsweise unverständlich ins Mikro zu lallen. Ach Alex.. egal, wir lieben dich trotzdem.

Tolles Publikum auf gutem Konzert 

Übrigens war das Publikum wirklich gut drauf und sehr rücksichtsvoll. Auch mein Portemonnaie, welches zwischendurch aus meinem unpraktischen kleinen Rucksack entwich, wurde direkt von einer netten Dame aufgehoben und mir zurückgegeben. Das war wirklich mehr als Glück.

Nach ungefähr 1,5 Stunden war Schluss, ohne Wiederworte. Zufrieden und erfüllt verlass man die Halle und begab sich Richtung Hauptbahnhof. Wer neben dem Nachwirken auf dem Trommelfell noch ein länger verbleibendes Souvenir mitnehmen mochte,  kaufte noch etwas am Merchandise Stand.

 

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