Sommerlektüre: 5 Buchempfehlungen

Was macht man an diesen heißen Tagen, die momentan nicht mehr wegzudenken sind? Jegliche Form von Bewegung gleicht an Leistungssport, also bleibt man liegen. Am besten auf der Wiese im Schatten oder man räumt den eigenen Kühlschrank aus und richtet sich dort ein. Damit Euch der heiße, gemeine Sommer (der uns jetzt sogar schon die Fritten wegnimmt) erträglich wird, habe ich für Euch ein paar Buch-Tipps aufgelistet. Egal ob ihr zu Hause im Kühlschrank bleibt oder Euch ans Meer begebt: Sommerlektüre muss mit.

1. Der Klassiker: “Das Herz ist ein einsamer Jäger”, Carson McCullers, 1940

Bücher, die vor mehr als 50 Jahren geschrieben worden sind, bezeichnet man gerne als “Schinken” oder manchmal auch “schwere Kost”. Das muss aber nicht immer zutreffen. Ein Roman, der mit seiner Sprache dafür sorgt, dass Menschen sich in den Figuren auch heute noch mehr als wiederfinden, hat es geschafft und ist zeitlos.

Die Story: Es geht um Außenseiter und einsame, besondere Menschen. Um verlorene, vergessene Träume und Identitäten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der taubstumme John Singer, zu dem die Menschen kommen, um ihm ihr Herz auszuschütten. John Singer, dieser sympathische Typ, hört zu und spendet Trost. Das alles in der “hässlichen”, heißen Innenstadt im Staat Georgia, Ende der 30er Jahre.

2. Voyeurismus pur: “Suite Vénitienne”, Sophie Calle, 2015

Henri B. ist ein Mann, mit dem Sophie in Paris auf einer Eröffnungsfeier zufällig ins Gespräch kommt. Er erzählt ihr von seiner anstehenden Reise nach Venedig. Auf eine merkwürdige Weise inspiriert sie Henry. Sophie beschließt, insgeheim, ihm nachzureisen.  Sie dokumentiert auf dieser “Reise” nahezu jedes Detail. Sowohl fotografisch, als auch mit ausführlichen Tagebucheinträgen, und verliert ihre eigene Identität an den Voyeurismus. Eine etwas andere Verfolgungsjagd.

Die 1953 geborene Foto- und Konzeptkünstlerin Sophie Calle dokumentiert Alltagsszenen und fotografiert zwischen den Zeilen des Lebens. In ihrem Roman nimmt sie selbst die Hauptfigur ein und lässt den Leser rätseln, ob sich diese Geschichte wirklich so zugetragen hat. Fotobeweise gibt es zuhauf, doch zeigt Fotografie wirklich die Realität?

3. Die Grafik-Novelle: “This feeling of emptiness”, Sophia Hembeck, 2018 (Illustriert von Julia Feller) 

Mit gebrochenem Herzen dem Meer lauschen kann so wunderbar melancholisch sein. Aber auf Dauer auch anstrengend. Ein wenig Trost spenden die ehrlichen Zeilen aus Sophia Hembecks Herzschmerz-Phase und dazu die schönen Illustrationen von Julia Feller. Der Untertitel, der erst kürzlich erschienene Grafik-Novelle, lautet: “like shopping for groceries and forgetting to bring the Pfandflaschen”, was für ein treffender Vergleich. Eine charmante und liebenswerte Novelle. Auch für diejenigen, bei denen momentan eigentlich alles ganz schön okay ist.

 

4. Geschichten fernab des Alltags: “Alles auf Anfang – auf den Spuren gelebter Träume”, Manuel Möglich, 2018

Wer die Doku-Serie “Wild Germany” gesehen hat, weiß, dass Manuel Möglich sich gerne mal mit Subkulturen beschäftigt, von denen man zuvor vielleicht noch nie gehört hat. Nicht ganz so “wild” sind die Personen, mit denen sich Manuel diesmal befasst hat. Dennoch sind die Geschichten der radikalen Wendepunkte im Leben der Personen einzigartig. Wie ist es zum Beispiel, wenn man in einem Dorf ohne übliche Regeln lebt oder sich auf die One-Way-Reise zum Mars vorbereitet? Manuel besuchte Revolutionäre, Phantasten, Hippies und andere Menschen, die aus ihrem alten Leben ausgestiegen sind. Seine Erlebnisse hielt er in diesem Buch fest.

 

5. Kurzgeschichten: “Die Wahrheit über das Lügen”, Benedict Wells, erscheint Ende August 2018 

Hurra! Endlich wieder etwas neues von Benedict Wells. Nach Romanen wie “Spinner”, “Fast genial” oder “Becks letzter Sommer”, mit denen er sich unter die beliebtesten Autoren der heutigen Zeit mischte, erscheint am 29. August ein Band mit 10 Kurzgeschichten. Der Klappentext verrät bisher soviel: “Es geht um alles oder nichts in diesen Geschichten. Sie handeln vom Unglück, frei zu sein, und von einer Frau, die vor eine existenzielle Entscheidung gestellt wird. Von einem Ort, an dem keiner freiwillig ist und der dennoch zur Heimat wird. [..]” Auch widmet sich eine der 10 Geschichten dem Roman “Vom Ende der Einsamkeit”. Ein zuvor wenig belichtetes Familiengeheimnis soll wohl aufgedeckt werden.

 

 

 

 

 

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